Die Filme

Full Metal Village (2006)
Der King und ich (2004)
Im Schatten der Giganten (1998)
Unter Putz (1994)
Last Exit Hanau (1993)
Männer auf Rädern (1993)
Zeitsprung (1993)
Wertvolle Jahre (1990)
Doppelpunkt vor Ort (1990)
Schüsse (1988)
Antrag auf Liebesheirat (1987)
The Sound of Freedom (1984)
Fesseln spürt wer sich bewegt (1982)


Full Metal Village

BRD 2006
Dauer: 90 min
Format: HDV, 35 mm

Regie: Sung- Hyung Cho
Co-Regie: Thomas Carlé

Draußen grasen unter holsteinischem Himmel die Milchkühe, drinnen gibt es beim Kaffeekränzchen selbstgebackenen Kuchen. Auf den ersten Blick ein ganz normales Dorf, wie es in Deutschland viele davon gibt, beschaulich und idyllisch - Wacken.

Alltägliches bestimmt das Leben der Wacken-Bewohner: Da ist zum Beispiel Bauer Trede, der stolz seinen täglich zehn Zentimeter wachsenden Mais präsentiert und sich neben der traditionellen Landwirtschaft mit einer Biogasanlage und kleinen Aktiengeschäften seine "Nebeneinkünfte" sichert.

Bauer Plähn hingegen scheint da gelassener. Wenn er Zigarette rauchend im Stall sitzt und wartet, bis die Milch auf 40 Grad erwärmt wird, scheint die Zeit für eine Weile still zu stehen. "So macht Landwirtschaft Spaß", sagt er und seufzt.

Die 16jährige Katrin würde am liebsten mal was anderes sehen, mal in den Süden verreisen, "Urlaub in Bayern machen oder so". Ihre Oma Irma ist Mitglied im Gemeindechor und sehr gläubig. Oft noch denkt sie zurück an ihre Vertreibung aus Ostpreußen, damals im Krieg, und ihr Glück, das alles überlebt zu haben.

Familienvater Norbert bastelt derweil an seinem Motorrad. Er ist seit ein paar Jahren arbeitslos. Mit einer Computerumschulung vom Arbeitsamt will er sich nicht vertrösten lassen. Er will lieber praktisch arbeiten, aber "in der Gegend hier is ja nix los".

Einmal im Jahr jedoch, am ersten Wochenende im August, ist richtig was los in Wacken. Dann findet für drei Tage das Wacken Open Air Festival statt. "Wacken rules!" dröhnt es als Schlachtruf, und 40.000 Heavy Metal Fans mit langen Haaren, schwarzen Ledermänteln und Nietenhalsbändern strömen aus aller Welt in das Dorf. Sie sind gekommen, um ihre Musik und sich zu feiern. Schwarze Schlangen bilden sich vor dem kleinen Supermarkt, auf den Wiesen reiht sich in endloser Weite ein Zelt ans nächste und vor der riesigen Black Metal Stage wogen tausende von Armen und Käpfen im harten Rhythmus der Metal Musik.

FULL METAL VILLAGE setzt sich mit der kuriosen, liebenswürdigen Begegnung zweier Kulturen auseinander und dokumentiert - über das temporäre Musikereignis hinaus - das Bild einer ländlichen Gemeinde, deren Identität und Zusammenhalt ohne das Heavy Metal Festival nicht mehr denkbar scheint.

Auszeichnungen:

- Hessischer Filmpreis 2006,

- Preis des Landes Schleswig Holstein

- Max Ophüls Preis, Saarbrücken 2007

Pressestimmen:

"FULL METAL VILLAGE ist eine Mentalitäts- und Seelenstudie. Der Blick auf die deutsche Provinz lässt uns staunen. Liebevoll und augenzwinkernd, berührend und skurril. Ein eigenwilliger, ein wunderbarer Film."
Sabine Schulz, ZDF heute-journal

"Selten wurde ein Zusammenprall der Kulturen so kurzweilig und humorvoll geschildert wie in dieser Dokumentation."
Martin Schwarz, zitty

"FULL METAL VILLAGE zeigt ein Stück Deutschland, das man so kaum kennt. Typisch deutsch und fremd zugleich. Ein wunderschöner Heimatfilm."
Peter Twiehaus, ZDF Morgenmagazin

"FULL METAL VILLAGE ist eine ethnografische Studie. Die wiederum ist so unterhaltsam wie ein Spielfilm: witzig, liebevoll und skurril."
Jörg Schöning, Szene Hamburg